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'
, 'llechniker niemals ein humanistisches Gymnasium be-
sucht haben, ja, dass sie gerade diesem Umstand die ‘
Bewahrung ilirer Frische und ihre Erfolge verdanken.
Der beriihmte Edison würde wahrscheinlich kaum das " ”
Aufnahme-Examen für Quinta mit Erfolg bestehen, je
was ihn aber nicht gehindert hat, durch seine genialen
Erfindungen die YVelt in Staunen zu versetzen. ii
Der Besuch der Gymnasien und auch der anderer
Mittelschulen, die wegen der gesteckten Lehrziele eben­ Y
_ falls mit einem Zuviel an Lehrstoff gesegnet sind, °
wirkt oft geradezu schädlieh aut` die natürliche Auslese è
ein, indem er die Zöglinge durch das Uebermass von I
­ körperlicher und geistige1·Ansti·e1igung schwächt. Unsere $2
Mittelschiiler müssen zu viel sitzen und viel zu viel i
sich mit Büchern beschäftigen. Die Folge ist, dass
nach Preyer unter 100 Einjährigen nur 32 militär- 2
tauglich sind gegen 45 unter 100 Dreijährigen, und 3
dass unter 100 Einjàtlirigen 17 Kurzsichtige vorkommen, ‘
unter 100 Dreijährigen aber kaum einer. Können wir 1
in der Gegenwart Männer gebrauchen, die schon als
halbe Invaliden in den Kampf ums Dasein eintreten?
Aber nicht nur dies: an den Gymnasien werden die
Schüler auch geistig kurzsichtig. Wie Preyer tref- ?‘
fend hervorhebt, wird der Trieb zur Beobachtungi und
wird die Ausbildung des Ursächlichkeitssinnes durch
ausschliessliche Beschäiftigung der Knaben mit toten c
Regeln und unverstandenem Auswendiglcrnen unter-
` drückt. Nicht Abstraktes und Deduktives, sondern
Reales und Induktives, nicht bedrucktes Papier, ,1, -
sondern Anschauung der Natur braucht der Knabe, i