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Q
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¥ Ich kann nicht schliessen, ohne der Frage näher
zu treten:
Was können wir gegen das Weiterwuchern socialer
Zukunftsträume in den gebildeten Standen thun? U
Nach meiner Ansicht liegt die Ursache dieser Strö- 3
mung wesentlich an unserm gänzlich veralteten Schul- y
system und der damit verbundenen Prärogative des
humanistischen Gyninasiums. So lange dieses alle Privi- {
legien besitzt, werden nach wie vor auch die Söhne J
der Kaufleute und lndustriellen dem Gymnasium zuströmen
und damit neue Generationen entstehen, die, mit rein ,
theoretischem Wissen gefüllt, ·auf andere Stände und
die praktische Arbeit herabsehen und vielleicht sogar
die Güter, die ihre Väter erwarben und von denen sie i
leben, bei andern als unmoralischen Capitalismus ver- · ‘
urteilen.
In der vortreiïlichen Schrift von Otto Ammon: J
,,Die Mittelschule als Werkzeug der natürlichen Auslese“, F;
welche ich allen, die sich für eine Reformder höheren Ty
Schulen interessiren, warm empfehle, wird die Ansicht von '_
W. H. Riehl in seinen ,,culturgeschichtlichen Charakter­ ç
köpfen“ citirt: Q
,,Gegenwêirtig kommt in der Regel nur deijenige yr
. gut durchs Gymnasium, dem der rechte grammatische y e
Schulverstand angebo1·en_ oder angeschulmeistert ist. '_
` Die Gottesgaben der lebendigen Beobachtung und der ~‘
F