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vorlage, womit 9 Monate lang viel kostbare Zeit ver-
geudet worden ist, nicht eine Phrase bei einer Nation, "
welche mehrere Milliarden pro Jahr für Getränke ,_.
und Tabak ausgeben kann und nun nicht in der Lage
sein soll, die verhältnismässig geringen Kosten einer f,
Heervergrösserung zu tragen.
Ist es nicht wahrhait traurig zu beobachten, wie
man sich unter der Herrschaft von Phrasen abmüht,
Deutschland zum Versuchsfeld für alle möglichen
Experimente in der Socialpolitik zu machen, wah-
rend sich das Ausland ins Fäustchen lacht? Haben wir
bei unserer unglüoklichen geographischen Lage zwischen
zwei grossen feindlichen Nationen, bei unserer ungün-
stigen Lage zum Meere, das nur einen kleinen Teil
unserer Grenzen umspült, nicht vor allen Dingen zuerst
nötig, unsere wirtschaftliche Leistungsfähigkeit
mit allen Mitteln zu heben, alles aufzubieten, die sich
mehrende Bevölkerung im Lande zu erhalten?
lst die sogenannte Erleichterung des ,,wirtschaftlich
Schwachen", der als beliebte Theaterfigur auf Krücken u
G bei allen Steuerdebatten einherhumpelt (aber einen I
grossen Teil der oben erwähnten Milliarden vertrinkt), «
nicht auch eine Phrase ebenso wie die vcapitalkräftigen i
Schultern“, die in Deutschland allmählich die Bolle des _
Atlas übernehmen und alle Steuern und Lasten der Ge-
samtheit tragen sollen? A
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