HomeDer Socialismus der gebildeten StändePagina 52

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hat, weiss, dass nur die Notwendigkeit, seinen M
Lebensunterhalt zu erwerben, die meisten Menschen ,
zur Arbeit veranlasst. Jedes sociale System, welches I
sich auf eine Vertcilung stützt, welches verlangt, dass ri
der Tüchtige und Fleissige sich abmühe, um den Faulen l
zu unterstützen, muss znsammenbrechen.
Gegenüber dem so oft von Naumann betonten
moralischen Princip muss ich die Ueberzeugung aus-
sprechen, dass gerade die Lehren der Socialreformer
absolut unmoralisch wirken, indem sie durch die (
Anforderung, dass der Besitzende ausschliesslich für die {
i untern Classen zu sorgen habe, diese mehr und mehr I
zu Almosenempfängern degradiren. g
Selbst Hofprediger Stöcker, der sonst als Mucker l
und Socialist angefeindet wird, der aber ein vveit klarerer J
Kopf ist, wie man hier nach Schilderung der tonan­ j
gebenden Presse annimmt, sagte mir vviederholt: i
i ,,l)as Schlimmste bei unserer ganzen Socialpolitik i
ist, dass wir, anstatt den Arbeitcr zur selbstthätigen i
Mitwirkung bei seinen Vohlf`ahrtseinrichtungen heran- i
i zuziehen, alles für ihn thun wollen, er sich daher ge-
_ wöhnt, alle Hülfe vom Staate zu erwartcn.“ 1
Auch die mittleren Stände wollen sich an den
Aufgaben der Nation, sobald sie Opfer erfordern, kaum
, beteiligen. Es war charakteristisch bei der Gürzenichver- j
i sammlung für die Militärvorlage im vorigen Jahre, dass `
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