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Interessen der verschiedenen Länder sich feindlich gegen-
überstehen und daher auf ein loyales Zusammengehen
aller Völker zur Lösung socialer Missstände nicht zu
rechnen ist. Ganz abgesehen vom Ausland wird sogar U
der inländische Käufer aus ,,ethischen Gründen" schwer- `
lich die bedeutende Preissteigerung bezahlen, welche
eine nach den Wünschen der Befornier in Deutschland
durchgeführte Socialpolitik bedingt, und sich nach Ländern
wenden, wo man ,,nicht mitthut" und daher billiger
producirt.
Die besten Absichten wohlmeinender Bieder-
männer, wie die Kölnische Zeitung einmal sagte, sind
aber in diesen schwierigen Fragen direct gefährlich und
müssen die unteren Stände umsomehr verwirren, wenn
sie, von dem Geiste der Wissenschaft getränkt, ihnen
vorgetragen werden. s A
Noch bedenklicher wie diese Einilüsse ist die That-
. - sache, dass in neuester Zeit auch kirchliche Kreise in
den socialen Kampf eingetreten sind, und gerade diese
Bewegung möchte ich einer Kritik unterziehen.
Zunächst hat sich bekanntlich in der Centrums-
partei eine deutliche Schwenkung in socialistischer Rich-
tung vollzogen, deren Veranlassung bei der Rivalität,
mit welcher Centrum und Socialdemokratie um die
. Stimmen der Massen werben, klar zutage liegt. Ausserdem
l ist unter den evangelischen Theologen eine starlce sociale