HomeDie Christenverfolgung in Russland im Jahre 1895Pagina 39

JPEG (Deze pagina), 1.02 MB

TIFF (Deze pagina), 7.35 MB

PDF (Volledig document), 37.40 MB

_.. 37 ..
_ die Regierung, gleichviellwie sie diesen Lenten gegenüber
verfahre, unfehlbar nicht deren, sondern die eigene Ver-
nichtung fördern. Verfolgt die Regierung solche Personen
nicht, die wie die Dnchoborzen, Stundisten, Nazarener,
und wie andere Einzelindividnen, alle Beteiligung an den
L Regierungsangelegenheiten abweisen, so werden·die An-
· nehmliehkeiten einer friedlichen, ehristlichen Lebensweise
X, verführeriseh, sowohl auf nicht ganz überzengte Christen,
I! als auch auf solche Lente wirken, die nur wegen der
damit verbundenen Vorteile, sich die christliche Maske ,
{ anlegen; es wird, dann die Zahl der die obrigkeitlichen
Forderungen Zurückweisenden fortsehreitend anwaehsen. ­
Verfährt die Regierung dagegen, wie zur Zeit, gransam
· mit Jenen, welche nur die Schuld triiït, dass sie ein sitt-
‘ licheres nnd hesseres Leben führen als Andere und das
ty allgemeine Bekenntnis des Guten zur That we1·den lassen
l wollen, dann wird diese Gransamkeit selbst immer mehr
i und mehr abstossend auf die Menschen wirken, und; es
muss sehr bald die Zeit eintreten, wo sich keine Lente
i mehr bereit finden lassen, die Regierungen mit Gewalt-
mitteln zu stützen. Die lialbwilden Kosaken, die im Auf-
trage ll'11‘Gl'V0l`gBS€tZiCH die Duchoborzen prügeln mussten,
. überkam, als man sie in die Ansiedelungen der Ducho-
borzen einquartiert hatte, wie sie sich ausdrückten, bald
ein ,,ödes Gefühl", d. h. ihr Gewissen begann rege zu
werden und die Obrigkeit beeilte sich, den bösen Einiiuss
_ der Duchoborzen fürchtend, die Kosaken wieder abznrnfen.
l Keine Verfolgung Unsehuldiger endet, ohne dass sich
_ Lente aus den Reihen der Verfolger die Ueberzeugungen
,l,_ der Verfolgten aneigneten, wie das mit dem Kämpfer
2 Simeon gesohah, welcher diePanlieianer vernichtete und dann
5 deren Glauben annahm. ·Je milder die Regierung die Be-
kenner des wahren Christentums behandelte, nm so
‘ sehneller müsste die Zahl derselben waehsen. Je gran- L
samer sie ist, desto sehneller wird sich die Zahl ihrer
, eigenen Diener verringern. Daher, ob die Regiernng mit
à den durch ihr Leben das Ohristentnm Bethätigenden
‘ i
i