HomeDie Christenverfolgung in Russland im Jahre 1895Pagina 30

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_ Gouverneur aber fuhr weite1· nach Bogdanowka, ver- v 3
G sammelte dort die Leute, die sich an dem gemeinschaftlichen
I , Gebet nicht beteiligt hatten, und begann sie zu sehelten. i
! L Da zog einer derselben, Fedor Miehailow Sehljachow sein L
{ ,~ rotes Soldatenbillet hervor, übergab es dem Gouverneur >
ë und erklärte, nicht mehr dienen zu wollen. Das versetzte ,
den Gouverneur in solchen Zorn, dass er persönlich mit
dem Stocke auf den Mann losschlug. Nun erklärten auch
l die übrigen Leute, sie wollten ebenfalls nicht mehr dienen
§ r und sich in keiner Hinsicht der Rcgierung fügen. Der i `
3 3 Gouverneur befahl den am Orte befindliehen Kosaken, die i
i Gewehre aus den Futteralen zu nehmen. Als sie sahen,
ä ä dass man auf sie schiessen werde, warfen sich die Brüder A
I auf die Kniee und sprachen: ,,Gott vergehe Euch, Gott r
i vergebe uns"! Da liess der Gouverneur die Gewehre zur ,i
j Seite legen und gab den Befehl, die Leute mit Pletten zu
i · prügeln, - und sie wurden grausam gezüchtigt. Nachdem
l wir in Bogdanowka angelangt waren, fertigten die Schreiber
Verzeiehnisse aller Hauswirte an, woranf wir entlassen
i wurden. i
Jetzt trat die Exekution ein, d. h. die Einquartierung `
4 von Kosaken in den Ansiedelungen der Duchoborzen. Diese `
[ Maassregel ist eine der bei den verschiedensten Volksun-
I fi ruhen zur Anwendung gelangenden Strafen. Sie besteht `
darin, dass ma11 Soldaten in die einzelnen Wohnungen der ,A
i ` unbotmässigen Ansiedelung einquartiert und diesen das
I Recht erteilt, nach Gutdünken über der Leute Habe zu E
F n verfügen, in dem Dorfe wie in Feindesland zu wirtschaften.
Die Grausamkeit dieses Verf'ahrens hangt davon ab, welehes
Maass von Willkür und Eigenmacht die Obrigkeit der zur
Exekution beorderten Soldateska einräumt. Eine leichte +‘
ï`§, Exekution liess sich von einem Kommandeur nicht er- ,
warten, der bereits vorher unschuldige Leute von seinen _
Kosaken hatte blutig schiagen lassen. Sie war denn auch
danach. Zwei Sotnien Kosaken, so erzählten uns die
{ G Duchoborzen, wnrden auf unseren Ansiedelungen verteilt. T
Je drei Tage blieben sie in jedem Dorfe. Sie richteten
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