HomeDie Christenverfolgung in Russland im Jahre 1895Pagina 18

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_ =zur. Zeit der Parade die Vorgesetzten das Fehlen Lebedews t
i und seiner zehn Brlider bemerkten, wurde der dejourierende `
J Soldat nach ihnen abgesandt. A Dieser kam mit der Nach- ­_
J _ richt zurück, dass sie nicht zur Parade kommen wollten.
g Da lief der Feldwebel hin. Bei der Kompagnie angelangt, P.
begann er Lebedew zu bedrohen und zu schimpfen. An~ I
§ fangs erklärte Lebedew ruhig, dass er und seine Genossen ­ t,
nicht zur Parade gegangen seien, weil sie beschlossen hätten, i i
nicht langer Kriegsdienst zu leisten, da dieser, wie sie g
erkannt, Christi Lehre, welche sie bekennen, widerstreite.
t _ Als ihn der Feldwebel jedoch schimpfend mit allerlei I
Strafen zu bedrohen anhub, nahm Lebedew, zur Bekräfti­­ l._
gung solchen Entschlusses, sei11 Gewehr aus dem Ständer P
und gab es, unter Wiederholung der Weigeruug, dem
Feldwebel ab. Nun änderte der Feldwebel, durch dieseu
Entschluss erschrocken, sein Benehmen, er bat Lebedew ’
wegen der Schimpferei um Verzeihung und drang in ibn, i
sich die‘Saehe zu überlegen und von dem Vorsatze abzu­
stehen. Doch dieser blieb unbeugsam. Unterdessen kehrte 1 ·
die Truppe von der Parade heim und Lebedews Handlungs- ,1
weise gelangte zur Kenntniss der Obrigkeit. ~· _Die i'¤
P tlbrigen Duchoborzen gehörten zu anderen Kompagnien und
wurden schnell, um sie von Lebedew zu trennen, auf {a "
Posten gestellt. Da ihnen die entsehiedene Weigerung
Lebedews noch nicht bekannt war, leisteten sie Gehorsam. I
’ Jetzt begann der Kompagnie­Chef, der Lebedew sehr V i
i lieb hatte, ihm zuzureden. Lebedew erfreute sich der U
Liebe sowohl seiner Vorgesetzten, als auch der mit ihm _ P
in einer Abteilung dienenden Soldaten, welche weinten,
, als man ihu abführte. Dem Zureden folgten Drohungen, 1
aber auch sie hatten keine Wirkung. Da liess ihu der
· Kompagnie·Chef verhaften und unter Wache ins dunkele, ·
unterirdische Career führen, wo er 9 Tage unter strenger {
`Haft verbrachte, d. h. nur Brot und `Wasser in sehr. ii
geringer Meuge erhielt. ` ,]
Als die unterdessen von den Posten znriicl<ge­ |·
I kehrteu Duchoborzen erfuhren, dass sich Lebedew geweigert
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