HomeDie Christenverfolgung in Russland im Jahre 1895Pagina 16

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­· Wohlstand aber pfiegt ein Sinken oder mindestens ei¤‘ ­ ':
· Stillstand des religiös-sittlichen Bewusstseins Hand in Hand
‘ zu `gehen, es‘tritt das Gegenteil von dem ein, was höchst Q
· populäre Volkswirte versichern, _welche behaupten, dass
das sittliche Niveau der Gemeinschaft sich in direktem
Zusammenhange mit ihrem wirtschaftlichen Wohlstand be- 4
iinde. So war es auch mit den im Kaukasus angesiedelten g ·`
Duchoborzen: mit zunehmendem Reichtum ‘ wurden sie in ‘
· der Erfüllung der sittlichen Forderungen ihres Gesetzes
lässig; ihre Enthaltsamkeit in der Lebensweise schwand,
j sie begannen zu rauohen, zu trinken, unterlagen den Ur- , ‘
teilen der Gerichte und was besonders wiehtig ist, sie
· unterwarfen sich den ihrer Religionslehre widerstreitenden `
Forderungen der Regierung, fingen an in den Militärdienst , i
zu treten. Da aber e1·eignete es sich, dass die der Ge-
meinde durch Gubanow angethane Kränkung, sowie die in l
· dieser Sache zu Tage getretene Ungerechtigkeit der wide1· {
das Recht entscheidenden Behörden die Duchoborzen auf-
rüttelte und dahin führte, dem Einflusse Peter Werigins .
i und der besseren Leute der gr0ssen·Partei folgend, zu P
i den Grundsätzen ihrer Glaubenslelnre wieder zurückzu­ H,
L kehren. Sie hörten auf zu rauohen, Wein zu trinken,
‘ Fleisch zu essen, und verteilten ihr Vermögen. .
Mittlerweile waren auf Betreiben der kleinen Partei l
Peter Werigin, der Haupturheber der sich bei den Ducho-
. borzen vollziehenden Wiedergeburt, nebst noch einigen l
anderen besseren Gemeindegliedern, der Aufwiegelung und
Hetzerei beschuldigt und nach Kola und nach anderen
Orten des Gouvernements Archangel verbannt worden.
Diese Verbannung erhöhte nur das Ansehen Werigins in Q
den Augen der Gemeinde und verstärkte seinen Einfluss
auf dieselbe. Denn auch von seinem Verbannungsorte aus {
setzte er die Leitung der religiösen Bewegung unter den ` · {
G Duchoborzen fort. Als die Regierung hiervon Kenntnis ,’
erhieltgverschickte sie ihn aus dem Gouvernement Archangelsk
nach einem der schlimnisten Verschickungsorte Sibiriens,
nach Obdorsk. ‘ Q;
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