HomeDie Christenverfolgung in Russland im Jahre 1895Pagina 11

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,5 _ Muster dessen dar, was die göttliche Vernunft oder das i
` Wort in der Seele jedes Duchoborzen vollbringtl Die
Duchoborzen anerkennen Christi Fleischwerdungr, seine L
Lehre und Leiden, verstehen alle diese Dinge aber nur
im geistigen Sinne und behaupten, Christus mitsse in uns
A empfangen, geboren werden, wachsen, lehren, leiden, sterben,
gd auferstehen und zum Himmel fahrcn.
- lndem sie Gett im Geist anbeten, bekennen die .
. Duchoborzen einstimmig, dass die äussere Kirche und was
von dieser geschieht, oder mit ihr zusammenhängt, für l
sie gar keine Bedeutung habe und jedes Nutzens ermangele. g
,,111 die Kirehe zu gehen, - sagten die Duchoborzen
. Tambows -­ hat unser Gewissen kein Verlangen, wir
gestehen ihr nicht zu, dass sie ein Heiligtum sei, denn
sie ist vergänglich und nicht ewig". Da Gcttcs Wesen, S
nach ihrer Auiïassung, der Seele jedes Duehoborzeu
innewohnt, so muss auch in dieser die Kirche der Gottheit
T enthalten sein. ,,Meine Kirche ­-­ heisst es in der
katechetisehen Aust”ührung der Duchoborzen, ­ ist nicht
auf den Bergen erbaut, nicht in hölzernen oder steinernen
.Wänden- enthalten, sondern in meiner Seele errichtetfi
1 Wo zwei oder drei in Christi Namen versammelt sind,
2 da ist eine Kirche. Da die Duehobo1·zen die Kirehe ver-
werfen, brauchen sie auch deren Sakramcnte und Ceremonien
. nicht. Huiligenbilder, oder nach ihrer Bezeichnung Symbole,
H sind ihnen nieht heilig, sie vcrehren keine Rildnisse. In ‘
' einem Psalm der Duch0b01·zen heisst es darüber: ,,Zu von
_ Händen gefertigten Bildcrn beten wir nicht, halten sie
nicht fur heilig. Wir beten zu einem unsehätzbaren, in
unserem Innern leuchtenden lBilde." (S. 240, 242, 248
g ‘und 252)
Die Heiligen werden verehrt,. doch betet man sie
weder an, noch wird ihre Hilfe angerufen; denn sie haben
y~ L nur um ihrer selbst willen ein Gott wohlgefälliges Leben
geführt; sie beten auch nicht für die Rettung Anderer,
dc11n Jcder hat für sich, nicht fiirAndcre zu bctcn. Bei der
Geburt eines Kindes wird demselben, ohne jegliches Gebet,