HomeDer Zionismus und die JudenfragePagina 21

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E Ein grosser Teil der Juden Osteuropas beschäftigt
sich mit Handel. `Es Agiebt aber in Russland eine ii
grosse Zahl jüdischer Handwerker. In einer im Jahre r E
1891 veröfïentlichten Schrift lesen wir, dass nach der
j, ofliciellen Statistik 12 °/0 der im Niederlassungsgebiet
wohnenden Juden Handwerker sein sollen. Wir kön­
" nen jedoch mit Sicherheit behaupten, dass in Lithauen
_ - der Prozentsatz ein viel höherer ist. Die Judensehaft i
macht dort den grössten Prozentsatz der Handwerker, §
aus, so z. B. in Wilno 62 °/O, in Kowno 73 °/0, in
` Odessa 52 °/0 aller Handwerker u. s. w. Die jüdischen [
. Handwerker bilden in vielen Städten 1/4-1/3 der jü­
i ii disehen Bevölkerung. Ausserdem giebt es noch viele
ungelernte und Fabrikarbeiter. In der industriellen
Stadt Bialystok bestehen fast 90 °/0 der Juden aus Q
einer physisch arbeitenden Bevöllierung. "‘ I
J Die Frage spitzt sich also beim ersten Anblick
‘ · auf eine rein sociale zu fund man könnte leichti zum i
trügerischen Schlusse kommen, dass die Juden Ostë
· europas mit der Zeit ein Fabrikproletariat bilden i
werden, dass es also keine Juden-, sondern nur eine D
. . sOe1a1e·Firage‘gäbe. Dieser Schluss wäre grundfalsch.
{S _ Die Bedingungen sind weder in Galizien, noch im
g Ansiedlungsgebiete Süd­Westrusslands solche, dass Q
dort eine Gross- oder wenigstens Mittelindustrie im
_> . V_ eigentlichen Sinne des Wortes aufkommen könnte. l
i Die jüdischen Handwerker sind entweder Alleinmeister l
oder Kleinmeister, die höchstens einen Gesellen und
einen Lehrling beschäftigen. lm Gouvernement Wol-
hynienbefinden sich z. B. im ganzen 47.800 Hand-
werker, wovon 32.100 Meister und 15.700 Gesellen l
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