HomeDie Reform der UniversitätenPagina 9

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il Schlechtigkeit der Zeiten und das allgemeine Herunter­
. gehn gewisser Verhältnisse Klagerufe auszustosseu und
einige Schuldige verantwortlich zu machen.
Derjenige aber, der sich in so leichtfertiger Weise
über unsere Hochschulen zu trösten gedenkt, wird sich
, selbst bewusst oder unbewusst belügen. Denn gerade
die deutscheu Universitäten haben früher stets im hellen ‘ è
Ruhmeskranz gestrahlt, und wer von ihnen geschrieben ·à
oder über sie gesprochen hat, glaubte über das höchste ­ _
‘ zu handeln, was das deutsche Volk überhaupt besitzt, ·
T? gleichsam über die heiligsten Güter, welche seit Jahr-
i hunderten den jeweilig edelsten und hervorragendsten
‘ Männern der Nation zur Aufbewahrung und Weiter­
( verbreitung übergeben worden sind. Es giebt daher vor
unserer Zeit kein Werk, in welchem systematisch und, wie
` man behaupten darf, von einem Saehkenner die Schäden
der heutigen Universitätseinrichtungen aufgezählt wor-
vt, den sind.*)
« ~ Man wird dagegen einwenden können, dass wenig­ '
i stens zu gewissen Zeiten die Freiheit des gedruckten
, Worts keine so grosse war, dass man alle Beschwerden,
{ besonders wenn sie gegen hohe Kreise und Persönlichkeiten
` '» ' gerichtet waren, vorzubringen den Mut oder damit durch-
F; zudringen die Hoffnung hatte, zumal doch auch immer
Polemik und Widerlegung von einer Seite zu fürchten
t waren, die von Alters her für ausserordentlich erfahren
J *)Vgl.F1ach, Der deutsche Professor der Gegenwart
J (Leipzig 1886).
· 1* .

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