HomeDie Reform der UniversitätenPagina 43

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Im allgemeinen haben die deutsehen Fakultäten ëll
seit de1· Zeit des Mittelalters den G1·undsatz verfolgt,
dass es Dozenten und ausserordentlichen Professoren
E zukomme zu hungern, während nach ihrer Ansicht nur
l die Ordinarien das Anrecht auf eine günstigere Geld-
einnahme hätten. In Finanznöten zogen die Ordinarien
[ ruhig Zulagen ein und liessen dafür die anderen Lehrer
E hungern. Freilieh hatten die Ordinarien in jener Zeit L nt
{ auch nicht zuviel, und an vielen Universitäten waren
_‘§ sie bis zum Anfang dieses Jahrhunderts auf Nebenver­
X dienste angewiesen, wie sie z. B. an einer grösseren
ë ` süddeutsehen Universität das Monopol des Weinschanks ;§
` besassen. Ԥ
‘ In unseren Tagen sind Dozenten und EXl?l'3»01'(Il­ ~
dat narien gewöhnlich auch noch zum Hungern verurteilt
l namentlich in allen kleineren deutsehen Ländern, wah- _
rend die Ordinarien fast überall auskömrnliche, stellen­ ;l
vveise sogar glänzende Gehälter erhalten. In denjenigen
· ‘ . Universitäten, in vvelchen die grösste Kluft zvvischen
i den e1·sten Gehältern der Extraordinarien und den Ge-
1 hältern der Ordinarien sich bendet ­- selbstverständ­ j;
i lich in Süddeutschland -­ erhalten die Extraordinarien g
` * ' zuerst 800-1000 Mark, vvährend zahlreiehe Ordinarien E
8000 Mark bekommen, einige sogar noch mehr. An
l solchen Hochschulen ist vorzugsweise der Grundsatz
·'« des Hungernlassens seit Jahrhunderten in Geltung ge-
wesen, und man piiegt dort den jungen Lehrern über- ·_
haupt erst eine Kleinigkeit zu geben, wenn dieselben e
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