HomeDie Reform der UniversitätenPagina 33

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E M- 27 - .
Süden Deutschlands gewöhnlicher sind als im Norden,
{xy _ ohne deswegen behaupten zu wollen, dass sie im Norden
h l. nicht vorkommen. Die preussisehe Disziplin und das
iii preussische Gewissen, die in einer Jahrhunderte wah-
‘~l renden Schule grossgezogen sind, pflegen eben jenseits
der Mainlinie nicht mehr zu der Regel zu gehören.
ll` Und der Nepotismus, der in allen deutschen Ländern
xl, vorkommt, ist beispielsweise in südliohen Zonen bis-
weilen zu einer solchen Vetterlewirtschaft entartet, dass
dort ein vollständiger Familienring existiert, in welchen
M sogar sehr zweifelhafte Mitglieder aufgenommen werden, ïï
J), wenn der Stammbaum für ordnungsmässig gefunden
;_ï wird. Freilich kommt dort hinzu, dass das sinnlose
·· ` Institut eines allgemeinen Senats die Berufungen lenkt,
$ wobei von den sachverständigen Mitgliedern der Fakul­
»,` täten die Referate auf nichtsachverständige Professoren ïg
anderer Fakultäten übergehen, so dass stets Pàlpste und ,
i` Faiseure den Sieg davontragen.
. . Eine seltene Ungerechtigkeit der Fakultäten zeigt »,f
sich neuerdings in dem prinzipiellen llbergehn der an
jeder Hoehschule schon dozierenden jüngeren Kräfte,
. die nicht selten durch eine vollständige llbergehung
‘ ' schwer und fü1· ihr ganzes Leben geschädigt werden. <
Eine solche Behandlung mancher der Lehrer ist um so ·
frivoler, als es bekanntlich nur solehen gelingt, an der- `Q
selben Hochschule weiter zu kommen, die einen ein-
Hussreichen Vater oder Sohwiegervater besitzen. Es ,ï,
ë genügt auf einen allbekannten Fall einer grösseren

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