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gerichten eingeführt worden sein, so würden die ein-
l zelnen Geriohtshöfe heute aus Familien bestehen, in ..«¥· .,
· denen Grossvater, Vater, Sohn, Schwiegersohn, Onkel
g zusammensitzen, um Recht zu sprechen. r
l An diesemVorschlagsrecht oder modiiizierte nWahlrecht ‘
g der Fakultäten ist heute öfters gerüttelt worden. Auf lait
r der einen Seite sind zahlreiche Fälle bekannt geworden,
l dass hervorragende Gelehrte niemals in ihrem Leben á
r so glücklich waren, einen Buf zu erhalten, oder gar
qï befördert zu werden, während ganz unbedeutende und
wissenschaftlich unfähige Lehrer schon ganz jung ein
_ Ordinariat erlangt haben; auf der anderen Seite werden M
von den deutschen Hochschulen immer mehr Fälle be-
kannt, in denen der einüussreiche Vater seinen Sohn
berufen lässt, der Schwiegervater den Schwiegersohn,
der Freund den Freund, der Leh1·er den Schüler. Be- Y
sonders zahlreich sind Fälle der letzten Art, wo unfähige
Schüler im Geist einer Schule und wohl meistens mit
Unterstützung des Lehrers eine Arbeit zu Stande ge- _ _
ti bracht haben, die von den Mitgliedern der Sohule in
den Anzeigeblättern mit Begeisterung begrüsst worden
ist, und darauf hin dann eine Professur bekommen
haben. · ·
jg Bei dem Mangel alles statistischen Materials über
diese Verhältnisse wird der Nachweis schwer zu führen
v sein, dass diese Zustände unseren letzten Jahren ange-
,i_ ` hören und früher nicht gewesen sind. Aber dieser
Nachweis muss für die Beurteilung der ganzen Frage
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