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‘ Geschichte und Entwicklung der medizinischen Wissen- A
schaft selbst, für die dem jungen Mediziner unter allen ,
Umständen Zeit gewonnen werden müsste, damit e1·
‘ nicht zum blossenPraktike1· heruntersinkt und allmählich
I mit Veterinärärzten und Hebammen in dieselbe Kategorie
gerät. Manches von Vorlesungen wird vielleicht auch
‘ hier als Extrakt gegeben werden können, dessen Ver-
{ vollständigung der häuslichen Arbeit überlassen bleibt. lil
Am leichtesten scheint das philologische Studium
i, ‘ gehoben werden zu können. Zuerst sollen die Regie-
x rungen dafür Sorge tragen, dass nicht solche Lehrer zu
ii ordentlichen Professoren gemacht werden, die in i1·gend
El einer philologischen Schule über den Imperativ bei i
jl Xenophon, den Infinitiv bei Ve1·gil oder den Spondeus T;
*.5 bei Theokrit geschrieben haben, ohne dabei einen all-
X _ gemeinen und sichern llberblick über ihre ganze Wissen-
schaft gewonnen zu haben, ganz besonders aber ohne ,
eine ausreichende ästhetische Bildung zu besitzen, welche
· einmal zur Behandlung des klassischen Altertums, vor-
nehmlich seiner Kultur, Kunst und Litteratur, unum­
ä gänglich nötig ist. Dann müssen die gänzlich über-
flüssigen Ubungen im Lateinischsprechen und die
_ F l lateinischen Interpretationen aus den Seminarien heraus­ E 3
d geworfen werden, in Süddeutschland auch die kindlichen
Exerzitien, da heute zehnmal wiehtigere Sachen zu
· l lernen wären, als diese kleinen Scherze. Ferner aber
muss die wissenschaftliehe Richtung des Studiums auf
è den Hochsehulen mehr zur Geltung kommen, damit das
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