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i Allgemein sind heute auch die Klagen über das _
ir philologisehe Studium, das noch vor wenigen Jahr- " ­
zehnten sich in Deutschland einer ausserordentlichen
Blüte erfreute. nAuch hier wird, wie beim juristischen
Studium, zuerst die Mangelhaftigkeit der philologischen
_ Lehrer getadelt vverden dürfen, die trotz gegenteiliger 4.
Versicherungen in erschreckender Zunahme begriffen
ist. Freilich ist es ein beklagensvvertes Schicksal, dass Q
die grossen Philologeu der letzten Zeit so unmittelbar _ »
·” hintereinander den Schauplatz ihrer Thätigkeit verlassen Q
, A mussten, Friedrich Ritschl, Otto Jahn, Moritz Haupt,
Karl Lehrs, Alfred v. Gutschmid, und dass sie fast ‘
W überall ein philologisches Epigonentum zurückgelassen
haben, das immer zvveifelhafter zu Werden anfängt, je ‘
,," mehr man sich den südlichen Gebirgen unsres deutschen
Q Vaterlandcs nähert. Ja, Ritschl ve1·mochte sogar noch ` i
in den letzten Jahren seines Lebens einigen jüngeren
Kräften zu akademischen Stellungen zu verhelfen, bei
{ denen schon damals allgemeines Kopfschütteln entstand, ·
=‘ und vvelche später die Befürchtungen in Betreiï einer
wissenschaftlichen und pädagogischen Impotenz in glän­ nl
zender Weise gerechtfertigt haben. ‘ lj
f Aber neben dieser an vielen deutschen‘Hochschulen `
beobachteten Unfähigkeit der philologisehen Professoren,
die vvohl hauptsächlich mit der immer grösser werdenden lc
< Detaillierung und Spezialisieruug der einzelnen Fächer `
" und mit dem allmählichen Austrocknen der rein philo­
logischen Wissenschaft (wenn wir von Sprachwissenschaft I