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wird, ganz abzusehen. Diese Beschränkung geht sogar
« so weit, dass die Mediziner nicht einmal die Geschichte
ihrer eigenen Wissenschaft zu ‘hören pflegen, und somit
I die einzigen sind, die von einer historischen Uebersicht,
{ die in andern Fächern als die Grundlage des Studiums
g betrachtet wird, gänzlich absehen. ·
Wenn vielleicht die Nachteile einer derartig ein-
seitigen Bildung heute noch weniger empfunden werden, ;
wo nur solche sich dem medizinischen Studium zu- 4
wenden, die einen guten Gymnasialunterricht genossen
haben, so ist sicher, dass wenn einmal der Ansturm
i auf die Gleichberechtigung der Realgymnasien und der
§ Gymnasien geglückt ist, die ja in diesem Augenblicke ï
{ bereits erreicht zu sein scheint, der Mangel einer all-
gemeinen Bildung unserer Arzte ausserordentlich fühl~
bar werden wird. Heute werden die Mediziner, welche
die Spalten der Tagesblätter mit ihrem Geschrei nach ‘
Emanzipation von den klassischen Sprachen anfüllen,
.,: -. über die Wirkungen eines derartigen Mangels die ï`g(
Y Achseln zucken, aber sie inögen sich zurückversetzen
in ihre Studentenzeit und daran denken, in welcher .
Weise junge Männer mit einer Halbbildung, oder einer r
" ` Realschulbildung behandelt zuiwerden ptlegten, wie das ‘
Verhältniss zu Apcthekern, Polytechnikern, landwirt­
;· schaftlichen Studenten (Mistiinken!) u. s. w. gewesen
l ist, um darnach die ohngefähre Stellung der späteren
á` unklassischen oder realistischen Mediziner im Gegensatz
zu den humanistisch gebildeten zu berechnen.
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