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jj Es wäre nun kaum glaublich, dass bei einem so
{Q verzweifelten Zustand des juristischen Studiums, de1· ‘
überhaupt befürchten lässt, dass unser juristisches
Beamtenmaterial im Laufe der nächsten Zeit auch den I
ll mässigsten Ansprüchen nicht mehr genügen werde, das
3 Studium der andern Fächer in Deutschland keine Ein- à
busse erlitten haben sollte. In der That wird man auch
e beim medizinischen Studium der Gegenwart einen
In sohweren Irrgang verzeichnen dürfen. Zunächst freilich
darf mit Genugthuung hervorgehoben werden, dass die
l Mediziner durehweg und überall aussero1·dentlich fleissig I
E ihre Vorlesungen und Kurse besuchen, und dass sie
i r· schon mit dieser Eigenschaft in einem gewissen Gegen
satz zu den Juristen stehen. Sie verfügen ausserdem I
fast an allen deutschen Hochschulen über vortreüliehe
lr Lehrer, die fast überall unter dem Lehrerpersonal der
ll Hochschulen die erste Stelle eiunehmen. Vergleieht man
r l A die Besehaffenheit der Medizin mit einem bewegliehen und
l V gymnastisch gut gesohulten J üngling, so darf die Rechts- ~ Q =
wissensehaft an einen matten Greis erinnern, der ohne ‘
fr Hilfe eines Krüekstockes keiner Bewegung mehr fahig
in ist. Aber de1· stetig auwaohsende Steff der medizinischeu
ll Wissenschaft, den die Mediziner durcharbeiten müssen, Z `
' zwingt sie mehr und mehr, wenn wir von den propa-
l deutisehen Vorlesungen in deu ersten Semestern absehen, $‘
l dieses Wissen in praktischen Kursen sich anzueignen
und von einer allgemeinen Bildung, wie sie mit Hilfe
g’ der philosophisch­historisehen Vorlesungen gewonnen $7
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