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ê_ auf dem Gebiete des römischen Rechts, auch ganz unbe­ J
i deutende Männer die einzelnen Fakultäten berufen ‘
` haben, um überhaupt nur Lehrer zu erhalten. Diese
2 bilden aber einen grossen Teil de1· heutigen Lehrkräfte ,
auf den ju1·istischen Lehrstühlen.
Dann aber pflegen sich auch die Juristen am
., meisten mit öifentlichen Dingen zu befassen, indem sie
B, bald kommunale Amter erstreben und in einer solchen
V Thätigkeit Befriedigung finden, bald um die Stelle eines
g Abgeordneten sicl1 bewerben, noch häufiger freilich sich
l hauptsächlich an der politischen Agitation beteiligen, ,
§ die heute seitens der Professoren gewöhnlich zu gunsten
; der national-liberalen oder konservativen Pa1·tei aus-
! geübt wird. Es ist bekannt, dass vielfach im deutschen
Reich zum Zweck solcher Agitationen Vorlesungen ohne
g weiteres ausfallen müssen, und dass Nachmittage und
Tage mit dem Herumkutschieren auf dem Lande und _
mit Wahlreden vor törichten Baue1·n verbracht vrerden, J
ll und es braucht nicht bewiesen zu werden, dass ein
I solches Geschäft eines Professors unwürdig ist, bei den
i; fleissigen Studenten Anstoss erregt und mit dem Wohl
l der Nation, für das der akademische Lehrer zu arbeiten
vorgiebt, nur in lockerem Verhältniss steht. Die Haupt- ` l
, i wirkung pilegt eben die zu sein, dass die Vorlesungen 3
' der juristischen Professoren, die schon vorher sehlecht
· waren, aus Mangel an Vorbereitung noch schlechter
, werden, so dass zuletzt auch die treuesten und ge­ I
· duldigsten Hörer fortzubleiben aufangen.
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