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dass die Inhaber der Hotels ihren Leuten die
Annahme von Trinkgeldern bei Strafe sofortiger
Dienstentlassung und Verwirkung ihrer Lohnan­
sprüche streng untersagen, dieselben dagegen in
Bezug auf den Lohn so stellen, dass sie der Trink-
gelder entbehren können. Ich- fand ‘die Einrich­
tung, wie ich sie mir gedacht hatte, vor einiger
Zeit auf einer Reise in der Schweiz in einem der
­ ersten dortigen Hotels, dem bekannten ,,Schweizer-
hof" in Luzern. Zu den Vorzügen, welche diesen
Gasthof zu einer Musterwirthschaft stempeln, die
ihresgleichen sucht, gehörte auch die Abwesenheit
` der beiden stehenden Posten auf den Wirthshaus-
rechnungen, durch welche die Wirthe es verstanden
haben, die Preise für die Wohnung in unnatür­
licher WVeise in die Höhe zu schrauben: Servis und
iverb gestellten Classen derl Gesellschaft zukommt: Vergütung
für die geleisteten Dienstleistungen in Form des Lohns. Dem
Arbeiter gebührt dasjenige, was er verdient, in Form des recht-
iichen Anspruches, dem Kellner wird die Vergütung, auf die
er angewiesen ist, in Form einer halb erzwungenen, halb frei-
willigen Gabe zu Theil, er muss halb bittend, halb fordernd
die Hand danach ausstrecken, und ich kann begreifen, dass
dies für die besseren unter ihnen etwas Widerstrebendes hat,
und dass ihnen das Demütigende, dus darin liegt, nicht selten
deutlich fühlbar wird. In den Kreisen, die dieser Agitation
zugethan sind, täuscht man sich nicht über die grossen
Schwierigkeiten, die diesen Bestrebungen entgegcnstehen, aber
wenn diejenigen, die sich an ihnen betheiligen, als spätere
Y Wi1‘the ihre Grundsätze nicht verleugnen, so muss nothwe11diger­
weise die Zahl der Gasthöfe, in denen die projectirte Einrich-
tung zur Ausführung gelangt, von Jahr zu Jahr stcigeu.