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sehr wahrscheinliche Gefahr, Proteste von Ober- ·
kellnern und Bedienten gewartigen zu inüssen, A
sicherstcllt. Ich erklare also hierniit feierlich, i
dass meine Meinung nicht dahin geht, als ,ob q
jeder Oberkellner und jeder Bediente in einem
vornehmen Hause dazu verdanimt ware, meine à
Behauptung zu bewahrheiten, ich zweifle vielmehr
nicht daran, dass es unter ihnen neben den rau-
digen Schafen auch Musterexemplare giebt, für die
das Bild, das ich im Bisherigen entworfen habe,
in keiner VVeise zutrifft. Meine Behauptung ist.
nicht darauf gestellt, dass jene Wirkungen schlecht-
hin eintreten müssen, sondern dass in denjenigen
Fallen, wo jene Ausschreitungen wirlclich statt-
finden, neben der menschlichen Schwache: Genuss- _
sucht, Eitelkeit, auch die eigenthümliche Natur
des Trinkgeldes als wesentlich mitwirkencler Factor
zur Erklarung heranzuziehen ist.
r Andererseits aber sehe ich mich noch genöthigt,
F meine Behauptung über den inoralisch ungünstigen
Einfluss des Trinkgelclerwesens zu erweitern.
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XIII. `
Das Trinkgelderwesen ist in meinen Augen
eine durch die Sitte organisirte Art der Bettelei.
Für eine Leistung, für welche derjenige, der sie
erweist, entweder von demjenigen, in dessen Dien-
sten er steht, bereits Zahlung erhalten hat oder
für die er überhaupt keine entgegennehinen sollte,
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