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schöne Frucht, mit der es die Gesellschaft be-
- schenkt hat! Es ist der Fluch, den der minder
begüterte und ordentliche Mann von einer Unsitte
entgegennehmen muss, die der Reiche und der Ver- ` ·
schwender sich auf ihren Leib zugeschnitten haben.
XII.
Ich fasse jetzt noch eine Seite des Trinkgeld­ ‘
wesens ins Auge, die der zweiten und dritten Art
gemeinsam ist: die moralische Einwirkung des
Trinkgcldes auf den Empfängcr. Ich würde auf
letztere vielleicht gar nicht aufmerksam geworden
sein, wenn nicht der Zufall mir zu Hülfe gekom-
men ware und mir Beobachtungen ermöglicht
hatte, die mir im regulären Lauf der Dinge nicht
zu Theil geworden waren.
Vor mehreren Jahren hatte ich bei meinem
Aufenthalt in einem der ersten deutschen Luxus-
bäder in einem dortigen Kaffeehause Wohnung
genommen. Das Leben dauerte in demselben bis
tief in die Nacht hinein. Es frappirte mich, dass es
in einem Bade Gäste gab, welche die Nacht zum
Tage machten, und ich erfuhr auf mein Befragen,
dass es allerdings nicht Badegaste seien, welche
sich diese Excesse erlaubten, sondern Einheimische
und zwar die Aristokratie der Kellnerwelt: die
Oberkellner aus den vornehmsten Gasthöfen. Des
Abends, wenn die Gaste zu Bett gegangen sind,
fängt für sie der Tag erst an. Jetzt spielen sie
(