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damit das Interesse der Gaste ward vermöge der
_ dadurch erregten Missstimmung in bedenklicher
3 Weise bedroht - das Mittel war nicht das richtige.
¢ Das zweite bestand darin, dem Dienstpersonal
l bei der Annahme desselben die Aussicht auf die
t Trinkgelder als Theil des Einkommens in Anrech­
ming zu bringen und den Lohn um so viel zu
l verkürzen oder völlig zuriickzubehalten. Dieses
Mittel hat die Proloe in der Praxis bestanden und i
ündet sich an vielen Orten in lebhafter Uebung,
. so insbesondere in manchen Badeorten, wo das
Gesinde die Sommermonate hindurch nur um die
‘ Trinkgelder dient. Die oben geltend gemachten
Bedenken greifen hier nicht Platz, es bedarf weder _
9 der Ehrlichkeit der Lente, noch der Controle von
l Seiten des Herrn, und das Gehassige der obigen
` ersten Art der `Vereinbarung fallt hinweg, da das
Q Trinkgeld dem Dienstpersonal verbleibt.
, Aber auch dies Mittel war noch nicht das
_ riohtige ­~ es trug dem Gastwirth zu wenig ein!
__ Denn was wollte die ihm dadurch ermöglichte
Ersparung des Lohnes sagen gegeniiber den
grossen Summen, mit denen sich der Ertrag des
' Trinkgeldes unter Umstanden beziffert, und die er '
in die Tasche seiner Leute fliessen sehen mnsste?
" Bei einem Hausknecht in einem stark frequentirten
Gasthof, bei einem Zahlkellner in einem ren0m­
mirten Wiener Café steigert sich der Ertrag viel-
leicht zum Zwanzigfachen des üblichen Lohnes
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