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liches Tempo inne, rund er kommt zu spat. Hier
bleibt dem Fahrgast, wenn er seinen Zweck errei­
chen will, nichts übrig, als dem Kutscher einen
. Zuschlag zur Taxe, d. i. ein Trinkgeld zu ver-
. ` sprechen. Leistung um Gegenleistung - gewöhn-
p liches Tempo, gewöhnlicher Satz - beschleunigte
T Fahrt, erhöhter Satz. Der Zuschlag zur Taxe
trägt hier wie bei unserer ersten Art des Trink-
geldes ganz die Natur des Lohnes an sich, es
wird dafür etwas geleistet, was nicht begehrt
·‘ werden konnte.
In derselben Weise erkläre ich mir den Ur-
sprung des Trinkgeldes an den Lohnkutscher bei
längeren F ahrten: Tages- oder Nachmittagsfahrten,
Q? wie es sich in ganz Deutschland fmdet. Es ward
? ursprünglich nicht dafür bezahlt, dass derselbe
l fahre, sondern dass er gut fahre, es war ebenfalls
Q eine über den Preis hinaus bewilligte Pramie für
j eine Steigerung der Leistung über das gewöhnlichc
Q Mass hinaus und daher beim Fuhrherrn ganz ebenso
am Platze wie beim Knecht - Steigerung der
4 Leistung, Steigerung des Lohnes.
Unter denselben Gesichtspunkt einer Vergütung
E für eine nicht zn beanspruchende Leistung ist auch
das Trinkgeld zu bringen, das von Eisenbahn-
reisenden so häuüg an die Schaffner entrichtet
i wird, damit sie keine anderen Personen zu ihnen
ins Coupé setzen. Es wird entrichtet für eine Lei-
stung, die als solche nicht beansprucht werden kann.
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