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es spottet jedes Versuches, ihm mit irgend einem
I Princip beizukommen; es lässt sich in keine Regel
x bannen - das Trinkgeld ist capriciös.
VI. i
Damit stehen wir vor der Frage, welche Motive i
denn das Trinkgeld in den Verhältnissen, in denen
es einmal obligat geworden ist, eingeführt haben
mögen. Darüber lassen sich selbstverständlich nur
Muthmassungen äussern, denn diejenigen Personen, "
welche es zuerst verabreichten, haben uns darüber
keine Kunde hinterlassen. Die Frage: Was hat
sie veranlasst? vermögen vvir also nur in der Form
zu beantworten: Was konnte sie veranlassen?
Meiner Ansicht nach lässt sich als Grund nur Tl
der Egoismus namhaft machen. Das ursprüng­
liche Motiv des Trinkgeldes war nicht Wohlwollen, à
E Menschenfreundlichkeit, Billigkeit, sondern Eigen-
nutz ­- der Mann, der das erste Trinkgeld gab, l
bezweckte etwas für sich damit. Was denn? Zwei
Verhaltnisse sollen uns darauf die Antwort er- .
theilen: das Trinkgeld des Fahrgastes an den _
. Droschkenkutscher und das des Gastes an das
Dienstpersonal in Restaurationen und Gasthöfen.
Es nimmt Jemand eine Droschke, dem viel
daran liegt, rasch befördert zu werden, um z. B. E
noch zeitig zur Eisenbahn zu gelangen. Zahlt er
bloss die Taxe, so halt der Kutscher sein gewöhn­
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