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wenig zu thun, hat es allerdings an nianchen
Orten, wo diese Einrichtung der Zahlkellner be-
steht, bereits dahin gebracht, ein doppeltes Trink-
geld zu geben. F-
Also die persönliche Berührung mit C. ist die ii
unerlassliche Voraussetzung, dainit wir den Beutel
ziehen. Aber auch da, wo sie vorliegt, thun wi1·
es doch nicht schlechthin, selbst dann nicht, wenn A
die Leistung, der wir das Trinkgeld versagen, des-
selben in ungleich höherem Masse würdig ware
als diejenige, der wir dasselbe zuerkennen. Ein
Postbote, der in grossen Stäidten wie ein gehetztes
Wild den ganzen Tag Trepp auf Trepp ab lauft,
bei Regen und Wind, Frost und Hitze sich ab- {__
inühen muss, erhält für den Brief, den er über-
bringt, niohts, höchstens zu Neujahr ein Pausch­
quantum, das, wenn einmal die aufgewandte Mühe
den Massstab des Trinkgeldes bilden soll, im sohreien­ ,l
den Missverhaltniss steht zu der Einnahme, welche
der Oberkellner in grossen Gasthöfen aus den
Trinkgeldern bezieht. ‘
Daniit haben wir den Grundzug geschildert,
der das ganze Trinkgelderwesen in der hier in
Rede stehenden Richtung charakterisirt: den der
Inconsequenz und Willkür. Es ist der reine Zu-
fall, der hier waltet; bald wird das Trinkgeld ge-
währt, bald, wo ganz dieselben Vcraussetzungen
vorliegen, ja wo sie noch in erhöhtem Masse vor-
handen sind, wird es versagt; man muss sich