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lï geld ist demnach: w·er von uns ein Trinkgeld er- i
Kl thalten will, muss uns aufsuchen, wir suchen ihn
, nicht auf - der sociale Zwang zur Gewährung
r` g eines Trinkgeldes ist an das persönliche Begegnen,
T die unmittelbare Berührung geknüpft, es ist ledig-
lich die Situation, die es uns abnöthigt.
4 Nicht also das Werthverhaltniss der Leistung
l an sich ist es, welches das Trinkgeld erzielt, son-
dern der reine Zufall der persönlichen Berührung,
in manchen Fallen sogar nichts als letztere ohne
`; alle und jede reale Leistung. Von dem Dienst-
personal haben der Hausknecht und der uns bei
D Tisch oder auf unserem Zimmer bedienende Kell-
J ner in der That etwas für uns gethan, der Ober-
ii kellner dagegen, dem wir die Reohnung berich-
$‘ tigen, nicht das Mindeste, er nimmt bloss unser
K Geld entgegen, ebenso wie der Kassenbeamte oder
vl, die Kassirerin in grossen Geschäften. Letzteren
müssten wir, wenn wir consequent sein wollten,
E, ebenfalls ein Trinkgeld anbieten. In Städten, wo
K, es in Restaurationen und Kaiïeehäusern eigene
ij Zahlkellner giebt, Wie z. B. in Wien, und wo da-
‘ neben ein Trinkgeld’ an den aufwartenden Kell-
ner nicht üblich ist, steekt mithin derjenige, der
{ nichts für uns gethan hat, ein Trinkgeld in die
. Tasche, das, wenn es überhaupt gegeben werden
Z soll, demjenigen gebührt, der uns wirklich bedient
li hat. Die letztere Erwägung oder richtiger die
falsche Soheu, im Trinkgeldergeben ja nicht zu
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