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Ziehen des Geldbeutels zn ersparen sucht. Solohe
kleine Gefallligkeiten soll Einer dem Anderen F
erweisen und von ihm entgegennehrnen. Daher
enthält das Anerbieten einer Vergütung für sie iin
Grunde eine Herabsetzung der Person, der es
geschieht, es schliesst die Supposition einer niedri-
en Gesinnun auf ihrer Seite i11 sich. Nur in zwei
g
F allen mag hier das Anerbieten und die Annahme
einer Vergütung am Platze sein, eininal nänilich im l
Fall der Bediirftigkeit des Empfängers - hier E
lässt sich die Gabe unter den Gesiclitspunkt eines l
durch die Gefállivkeit veranlnssten Almosens brin~ _ F
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gen ­ und sodann in dem Fall, wo der Dienst
das Mass der gewöhnlichen Gefälligkeit übersteigt
und die Umstände zeigen, dass er in Erwartung
einer Vergütung erwiesen Ward; hier nimmt letz­ 1
tere die Natur eines durch die Billigkeit dictirten . _
Lohnes an.* ‘~ '
Diese erste Art des Trinkgeldes ruft in [
socialer Beziehung nicht das mindeste Bedenken
-.«
* Für Nichtjuristen bemerke ich ill Bezug auf diesen Fall
Folgendes. Die Erweisung eines Dienstes ohne bedungenen V
oder versprochenen Lohn begründet rechtlich nur dann einen i
Anspruch auf denselben, wenn derjenige, der ihn erweist, ei11
Gesehäft (Gewerbe) aus der Verrichtung soleher Dienstleistungen _!
macht, und der Andere diese seine Eigenschaft kannte. Ei11 n
Dienstmann, der mir meine Reisetasche vom Bahnhof ins Hotel
bringt, hat einen rechtlichen Anspruch auf Lohn, ein Tage-
löhner nicht. Ein Advokat, den ich 11111 seine rechtliche An-
sieht über einen Rechtsfall bitte, kann mir dafür ein Honorar u
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