HomeDie Farbenblindheit, ihr Wesen und ihre BedeutungPagina 9

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Historische Benierkung, 7 {
· verfolgen. In diesem Jahr wurde dem berühmten eng- ‘ J
lischen Physiker und Optiker Priestle y die briefliche 1
oi Mittheilung gemacht, dass sich in M aryportinCumb erland ,
ein Schuhmacher, Namens Harris, betinden sollte, der 1
eine ganz auffallende Unempfindlichkeit gegen Farben
. und zwar speciell gegen Roth besässe, ein Fehler, an W
_ dem übrigens auch der Bruder dieses farbenblinden ,
A Schusters, ein Kramer, leiden sollte. Diese, im Ganzen
_ ziemlich dürftige Nachricht, ist die erste, welche über
die Existenz der Farbenblindheit hekanntwurde und .
{ auch sie scheint die Aufmerksamkeit der damaligen
wissenschaftlichen Welt nicht grade sonderlich erregt
gg zu haben; wenigstens nahrn Niemand von dieser aulfal­
ligen Mittheilung weitere Notiz und weder Aerzte noch J
Physiologen lïielten es der Mühe für werth, diesem son- ,
derbaren Zustande des Farbensinnes eingehender nach- ‘ l
zuspüren. Erst im Jahre 17 94 trat der berühmte eng-
1 lische Chemiker und Physiker John Dalton mit einer '
genaueren Beschreibung der Farbenblindheit auf, und E
zwar musste grade diese um so mehr das Interesse und
die Aufmerksamkeit der gelehrten Welt auf sich lenken, `
da Dalton die einschlagigen Beobachtungen an sich
· selbst gexnacht hatte und somit aus eigenster Erfahrung .
~l die Empfindungen eines farbenblinden Individuums schil- t
dern konnte. Man war init Recht allgemein erstaunt,
aus den Mittheilungen dieses bertihmten Gelehrten zu ‘ E
I horen: dass ihm das Roth der Rose und das Blau des ’
l Himmels in der namlichen Farbe erschienen, und dass t
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