HomeDie Farbenblindheit, ihr Wesen und ihre BedeutungPagina 8

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V; 6 _ Eminnmg.
. mit der Existenz der Menschheit v_erknüp;ft sind, muss ·
es uns da nicht wie eine grausame Laune der N atur er-
scheinen, wenn einer nicht unbetrachtlichen Menge von oi
Menschen die Welt der Farben zum Theil verschlossen
{N ist, wenn sie von Jugend auf dazu verurtheilt sind:
J unempündlich zu bleiben gegen die berauschendeMacht .
der Farben, farbenblind durch das Leben zu ziehen? _
9 · Die Unempfindlichkeit gegen Farben, die soge· A
i nannte Farbenblindheit, wird von der Wissenschaft in _
zwei grosse Gruppen getheilt, namlich in die patholo-
gische Farbenblindheit, welche sich auf Grund gewis-
ser Erkrankungen des Auges entwickelt und wohl
n stets von mehr oder minder empfindlichen Störungen gg
des Sehvermögens begleitet wird und in die physiol0­
gische Farbenblindheit, die stets angeboren ist und bei
der die übrigen Functionen des Auges, speciell die
Sehscharfe, durchaus normal sind. Während wir die
pathologische, durch gewisse Erkrankungen des Auges 1
erzeugte Farbenblindheit, so interessant sie für den
Ophthalmologen von Fach auch sein mag, als unge­
t eignet für das uns hier beschaftigende Thema bei Seite
'· schieben, wenden wir unsere Aufmerksarnkeit nun-
· ‘ mehr ausschliesslich der physiologischen, angeborenen ·
` iz Farbenblindheit zu. . ~l
Unsere Kenntniss‘) von der physiologischen Far-
· benblindheit ist im Allgemeinen eine noch ziemlich I
gy _ 4 junge und làlsst sich über das Jahr 1777 nicht zurück- I