HomeDie Farbenblindheit, ihr Wesen und ihre BedeutungPagina 7

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Die Farben haben zu allen Zeiten in dem Leben des
Menschen eine ganz besonders bevorzugte Stellung
eingenommen. Sobald es nur einmal das Auge gelernt
hatte, all’ die zahlreichen Farben, in die sich das bunte
Getriebe der Welt kleidet, zu empfinden und zu ver-
stehen, waren auch die Farben die ganz besonderen
Lieblinge des Menschen geworden. Sie vvurden seine
unzertrennlichenBegleiter in allen Lagen seines Lebens;
sie verschönten mit ihrem prangenden Glanz die trohen .
Tage des Glücklichen und suchten mit ihrem sanften
Licht die schwcren Stunden der Trübsal zu mildern.
· All’ die wechselnden Gefühle, welche die menschliche
_ Brust durchvvogen, sie fanden in den Farben den be-
l redtesten Ausdruck; und darum liebten es auch zu allen
‘ Zeiten und unter allen Zonen die Menschen, alle ihre l
Gefühle, Freude wie Leid, durch die Farben zum Aus-
druck zu bringen. So eng und unzertrennlich sind die T
Farben mit unserem ganzen Denken und Fühlen, mit
{ all’ unserem Sein verbunden, dass wir uns eine Welt _
? ohne Farben gar nicht mehr denken können. Eine Welt ‘
· ohne Farben ist für uns fast identisch mit einer Welt der
Trübsal und der Freudlosigkeit und darum sagt der
Dichter von dieser auch, sie ware Grau in Gran ge-
malt. Wenn somit die Farbcn also auf das Innigste