HomeDie Farbenblindheit, ihr Wesen und ihre BedeutungPagina 64

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62 Bemerkungen. l_
sehüttet die Holmgren’schen Wollen vor dem zu untersuchenden Indi-
_ viduum aus, und lässt jade einzelne Farbe, die dasselbe im Spectrum
sieht, sofort durch farbige 1rVollen charactarisiren; übrigens thut man
gut nicht bless eine, sondern mehrera VVollenproben für eine jade der U
erblickten Spectralfarban heraussuchen zu lassen. Man vergl. M av- V
nus. Zur spectroskopisehen Untersuehung Farbenblinder. Centraïl- ’i.Z
blaft für prakt. Augenheilkundc. 1878. p. 80. Aprilheft- ‘
T 11. Ich habe meine Untersuehungen gemacht mit folgenden Tafeln des
‘ ' Dr. Stilling. DiePrüfung desFarbansinnesbeim Eisenbahn-
und Marinepersonal. Cassel 1877. Tafeln zur Bestimmung der
Blau-Gelbblindheit. Cassel 1877. Ausser den im Text mitgatheilten _ .
1 ° Erfahrungan habe ich noch die Beobachtung gemacht, dass die Figurentafeln {
Stilling’s von vielen Daltonisten besser erkannt werden, als die Schrift-
” . tafel. Es schei11t also für das Erkennen dieser Tafeln der Farbensinn allein _
nicht massgebend zu sein, dann in diesem Fall müssten Schrift- und Figuren-
tafeln doch gleich gut oder gleich schlecht erkannt werden. Eine neue Folge
der Stilling’sehen Tafaln ist soeben ersehienen unter dem Titel: Die
Prüfun des Farbensinnes beim Eisenbahn- und Marineper-
sonal. äeuelfolge. Erste Lieferung. Taifeln zur Bestimmung
der Roth-Grünblindheit. Cassel 1878. Ob diese Tafeln mehrleisten 8 .
i werden, wie die früheren, muss erst noch durch eine umfassende Prüfung
1 festgestallt werden. ·
12. Die L10l111g`1‘C1l,SCh8MGthO(l6 wird in dem unter No. 1 citirten Buch
ausführlich geschildert; in neuester Zeit ist noch eine Vereinfachung des __
T Verfahrens von H o lnxgren gegabcn worden, man vergl. darüber: Helm- •‘
A g1·en. ZurEntdeekung <IlCI‘Fä1`bB11bllI1(lh8lb bei Massenunter-
suchungen. Centralblatt für praktische Augenheilkunde. Augustheft.
_ ­ 1878. Ausserdem bringt die: Deutsche medicinische 1rVochanschrift. 1878.
T No. 38. ein sehr ausführliehes Referat über versehiedene in schwediseher `T
Sprache erschienene einschlägige Arbeiten Holmgren’s. Die Holm-
gren’sche 1rVollenprobe, welche in ihren ersten Anfängen bereits bei See-
beek (Mangelan Farbcnsinn. Poggendorff’s Annalen.B.42.p. 177.
No. 18. 1837) sich findet, ist gegenwärtig von der grössten Mehrzahl der
Untersucher als die beste und leistungsfähigste anerkannt worden. Wenn •
· ab und zu ein Untersucher als einzigenTadel dieser treffllichen Methode dan
, Un1stand vorwirft, dass es nicht möglich sei, die leiehtesten Fälle von Dalto-
nismus durch sie zu entdecken, so beruhen derartige Einwürfa ganz be-
~ stimmt nur darauf, dass diese Untersucher die Methode nicht genau in der
von Holmgren angegebenen lrVeise benützt haben. Thut man dies und
folgt den von Holmgren vcgebenen Vorsehriften auf das Strengste, so
wird man die leichtesten Fälle eines herabgesetzten Farbensinnes eben so
sicher entdecken, wie die Forman totaler Farbenblindheit. Bei meinen um-
' fangraichen Untersuchungen, die ich stats mit Holm ren’s Methode vor-
ganomxnen habe, habe ich die Leistungsfähigkeitdieses €’arfahrens in gleicher
Weise bei allen Formen des Daltonisxnus bastätigt gefunden. Ich halte das- ’_
. T halb die H0ln1gren’sehe Methode für die beste jetzt existirende und
erachte es für dringend gebeten: dieselbe obligatorisch bai allen
. deutsch en Bahnen einzuführen. Dass dies nicht etwa aina rein sub-
_jective Anschauung meinerseits ist, die vielleicht auf eine Ueberschätzung
des Holn1gren’schen Verfahrens zurückzuführen wäre, beweist der Um-
stand am Besten, dass aus denverschiedanstan Ländern die ancrkennendsten
Urtheile über die Holmgreifsche Methode fortwährend mitgetheilt wer-
den. Mir sehreibt z.B. Dr. Joy Jeffries, dar in Amerika sehr umfassende J
Untcrsuchungen auf Daltonismus vorganommen hat, unter dem 19. Septem-