HomeDie Farbenblindheit, ihr Wesen und ihre BedeutungPagina 61

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Die Erblichkeit der Fm·baib1md1wxt. 59
haben, dass grade in dèIl­Fi:LII1üi€Il der Mutter eines E
° Daltonisten zahlreiche Falle von Farbenblindheit sich
finden. Besonders auffallend war es_ mir, dass ich oft
auf meine Frage nach den erblichen Verhaltnissen des
y Daltcnismus die Antwcrt zu hören bekam, der oder
~t jener Ccusinmütterlicherseits sei gleichfalls farbenblindg D
i ja ab und zu kann man man wohl auch hören, dass eine
entierntere weibliche Verwandte derMutter eines Dalto-
nisten auch farbenblinde Söhne hatte. An der Hand des
H0rner’schen Gesetzes wird uns nunmehr der Einblick
in diese Verhaltnisse ziemlich ieicht. Und dieses eigen-
thümliche Gesetz wird noch interessanter, wenn wir
erfahren, dass es ganz in der nämlichen Weise auch
bei der Vererbung anderer physiolcgischer Abncrmi-
l taten sich wirksam erweist. So wissen wir, dass in ge-
M wissen Fainilien die Neigung zu Blutungen sich nach
A diesem Gesetz vererbt, wahrend wieder in anderen
. Familien, nach den neuesten Mittheilungen des Dr. Pa-
* genstecher, die Nachtblindheit sich in der namlichen
` Weise f0rtpflanzt"‘). Es gewinnt hiernach fast den
Anschein, als wenn dies Gesetz für die Lehre von der
Vererbung eine allgemeinere Geltung besitzen könnte;
jedenfalls ware es deshalb jetzt von der grössten Wich-
Q tigkeit, wenn die Aerzte und bescnders die Hausarzte,
,f welche ja die Familien ihrer Olienten haufig durch ver-
? schiedene Generationen kennen und becbachten, es sich
angelegen sein lassen wollten, den Umfang dieses
# wichtigen Gesetzes genauer zu prüfen.