HomeDie Farbenblindheit, ihr Wesen und ihre BedeutungPagina 60

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o8 om Ei·b1w1irm der Fm·beub1.m11ieii.
f°ür den Modus der Erblichkeit gewisse Gesetze aufZu­
stellen. Besonders ist in der jüngsten Zeit von Prof. E
` Hornergä) in Zürich ein Erblichkeitsgesetz für den Dal-
tonismus nachgewiesen und aufgestellt worden, nach E
. E welchem sich die Farbenblindheit vom Grossvater auf
den Enkel fortpflanzt, Ich selbst habe dies Gesetz wie- ~
K derholt bei meinen Untersuehungen bestatigt gefunden ,
und auch frühere Autoren scheinen bereits eine Kennt-
. niss desselben gehabt zu haben, wenigstens findet man
bereits in der aus der Mitte dieses Jahrhunderts stam-
menden ophthalmologischen Literatur einschlagige Be-
merkungen. Die näheren Einzelnheiten des Horner’­
schen Gesetzes zeigen: dass farbenblinde Manner far-
bensehende Kinder, Söhne wie Töchter, zeugen und
dass die Söhne dieser Töchter alsdann wieder farben- l
blind sind. Hiernach wird also der Keim der ‘Erblich­
keit von den Frauen in die Familien hineingetragen, _
was eigentlich um so auffallender ist, als ja grade sie -
eine hochgradige Imrnunitat gegen die Farbenblindheit °
besitzen. Es ist also sehr möglich, dass ein normal `
farbensehender Mann, dessen Familie in keinem ihrer
Glieder jemals einen Daltonisten aufzuweisen gehabt
hat, doch farbenblinde Söhne zeugt, sobald er ein Mad- .
A chen ehelicht, dessen Vater ein Daltonist war. Im Be- g l
sitz dieser Erkenntniss wird man nun auch gewisse Q '
andere Beobachtungen besser verstehen lernen. So l
wird ein Jeder, der viel Farbenblinde zu sehen Gele- gl ë
genheit hatte, auffallend oft die Bemerkung gemacht l