HomeDie Farbenblindheit, ihr Wesen und ihre BedeutungPagina 58

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[ ‘ ­ 56 Abhängigkeit der Farbenblindhcit von der Rage S
christlichen Mitbürgern. Ob dies Verhaltniss nun auch {
_v eine umfangreichere Geltung beanspruchen darf und ‘
iïir die Juden im Allgemeinen massgebend sein wird,
l vermag ich natürlich nicht zu sagen; dazu müssen
i erst noch weitere Untersuchungen angestellt werden.
{ Doch möchte ich vor der Hand der Ansicht zuneigen,
, t dass dies wohl der Fall und die Anltge zum Daltonis­ V
i mus bei den Juden wirklich eine grössere sein dürfte,
als wie bei den Christen. Wenigstens kann ich für `
) den Augenblickkeinerlei, in denBreslauer Verhaltnissen E
L begründete locale Veranlassungen finden, welche das ;,
i bezügliche Verhältniss grade nur für Breslau allein mass-
i gebend machen sollten. ii
, Die Erklärung dieser eigenthümlichen Erscheinung +
l ist von einzelnen Autoren bereits in der Weise versucht
, worden, dass man die Hypothese, nach der der heutige
J Zustand der menschlichen Farbenempfindung aus einer ·
ii ganz allmahlichen Entwickelung hervorgegangen sein 2*) Q
soll, dazu benützte und annahm: dass die grossere N ei-
gung der Juden zum Daltonismus eben noch als ein zu- l
riickgebliebenerUeberrest einer früheren Epoche, in der
ihr Farbensinn überhaupt noch auf einer niedrigen Stufe
Q seiner Entwickelung gestanden hat, anzusehen sei.
i Wenn ich nun auch selbst ein überzeugter Anhänger
l jener Entwickelungstheorie des Farbensinnes bin, so
möchte ich doch der aus ihr abgeleiteten Erklarung
‘ i gegenüber mich vor der Hand noch abwartend verhal- `
E, ten und daraufhinweisen, dass wir augenblicklich einen
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