HomeDie Farbenblindheit, ihr Wesen und ihre BedeutungPagina 56

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* _ 54 Abhängigkeit der Farbenblindheit vtm der Rage _ ,
an und für sich ein physiologisch so wenig abgerundeter
und abgegrenzter ist, dass man denselben selbst zur Er- _
klarung gröberer körperlicher Functionen vor der Hand T
kaum verwerthen kann, so stellt sich die vollständigle g)
Werthlosigkeitdesselben erst recht heraus, wenn es sich
um die Erklärung und das Verstandniss so feiner Func­ l
i . tionsausserungen, wie die Farbenempfindungist,handelt. _
Auch die Behauptung, dass die Farbe des Haares und
i · der Augen mit der Haufigkeit des Daltonismus in Zu­ l
[ sammenhang stehe und das Vorhandensein von blauen .
Augen und blonden Haaren eine gewisse Prädisposition
für Farbenblindheit in sich schliesse, hat vor der Hand _
E Wenigstens noch keine volle Bestätigung finden können.
Ich habe bei meinen Untersuchungen von 110 Dalto-
nisten stets auf diesen Punkt geachtet, jedoch kein so
auffallendes Verhältniss constatiren können, um jene
" Angabe zu bestätigen. Blaue Augen und blonde Haare "
waren zwar bei meinen Farbenblinden öfter zu finden,
T wie dunkle Augen und Haare, doch war dies Verhältniss r
l eben nicht auffallend und characteristisch genug, um
A es wirklich mit Sicherheit in irgendeine Beziehung zu
{Y dem Daltonismus setzen zu können. -
ik Wir sehen also, alle die Angaben, vvelche bisher
über die Abhàngigkeit der Farbenblindheitvon derRaçe,
sovvie von gewissen individuellen Eigenthümlichkeiten `
_ gemacht worden sind, haben sich keineswegs in einer H ‘
solchen Weise und solchem Umfang bewàhrt, dass man
, ihnen ein besonderes Zutrauen schenken dürfte. Da-
ëf l gegen scheint durch meine, sovvie durch Cohn’s’“) l
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