HomeDie Farbenblindheit, ihr Wesen und ihre BedeutungPagina 55

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I, und von individnellen ïtagsmiiaamxïciiiiemi. 53 i
dass die Haufigkeit des Daltonismus nicht bloss in eng- A
1 ster Abhängigkeit von dem Geschlecht stehe, sondern - ‘
v dass ahnliche Beziehungen auch zwischen der Race A
QA und der Farbenblindheit existiren sollten. So hat man
ll z. B. bis in die neueste Zeit hinein den Daltonisrnus als .:
E eine besondere Baceneigenthümlichkeit des germani­ T
T schen Stammes in Anspruch nehmen wollen, und Stell-
wag") versichert ganz ausdrücklich, dass Rothblind­
L heit ganz besonders oft bei Germanen zur Beobachtung
käme. Eine Bestatigung dieser Behanptung ist aber
vor der Hand noch von keinem Untersucher geliefert
. worden und ein Blick auf unsere Tabelle zeigt, dass
das procentarische Vorkommen des Daltonismus ausser­
halb Deutschlands mindestens ein ebenso grosses ist
als wie innerhalb der Grenzen des deutschen Reiches.
Andere Forscher vindiciren wieder den romanischen
Völkern eine ausgesprochene Immunitat gegen den
Daltonismus, eine Versicherung, die sich allerdings
wunderlich genug ausnimmt, wenn man aus den neue-
sten Veröiïeiitlichiingen des Dr. Favre erfahrt, dass _
in Frankreich über 3,000,000 Daltonisten existiren sol-
len 2*). Noch andere Gelehrten wollen neben den Race-
und Geschlechtseigenthümlichkeiten noch besondere
g in der Constitution begründete Anlagen zum Daltonis­
mus erblicken; so sieht z. B. der bekannte polnische
Ophthalmologe Szokalski in einer robusten Constitu-
tion und einem biliosen, melancholischen Temperament
lv eine ganz besondere Pradisposition zur Farbenblind-
g heit. Wenn nun der Begriif der Constitution schon .