HomeDie Farbenblindheit, ihr Wesen und ihre BedeutungPagina 49

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‘ Geringeres Vorkonunen der Farbenblindheit bei den Frauen. 47
i der Farbenbeurtheilung geübtwerden und bleiben." Und .
* " schliesslich darf man doch auch nicht ubersehen, dass {
‘ i die Madchen bereits ziernlich früh in den Schulen wah-
» i rend des Unterrichtes in weiblichen Handarbeiten oft
· und viel mit buntfarbigen Gregenstanden zu thun haben.
Natürlich würde eine derartige Uebnng niemals im
l Stande sein, die einem weiblichen lndividuum einmal
angeborene physiologische Farbenblindheit zu heilen,
vielmehr darf man in derselben nichts weiter sehen,
, als ein Erziehungsmittel des Farbensinnes, das ganz
allmahlieh nützt und seine Wirksamkeit nicht sowohl
wg dem einzelnen Individuum, als vielmehr dem ganzen
, ii Geschlecht zu Gute kommen lasst. Der Farbensinn
,3 des einzelnen weiblichen lndividuums wird durch die
hauüge und früh beginnende Uebung ganz allmahlich,
i ja man möchte fast sagen unmerklich gekraftigt und
, erzogen und erst dadurch, dass diese für die einzelne
nl Person so geringfugige höhere Bildung des Farbensinnes
von einer Generation auf die andere vererbt wird,
wird sie zu einer ausgepragten sexuellen Eigenthüin­
lichkeit des weiblichen Geschlechtes. Allmahliche
Uebung und Vererbung sind also auch hier die beiden
l' wirksamen Factoren, welche der Frau zu der ihr eigen-
` thümlichen Ueberlegenheit des Farbensinnes dem Manne
l gegenüber verhelfen.
g In ahnlicher Weise fasst auch Hqlmgren dieses
V erhaltniss auf und dürfte es meinen Lesern gewiss von
lnteresse sein, die bezügliche Aeusserung dieses bewahr­
l ten Forsehers zu horen, Holmgren sagt: ,,Wenn
il

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