HomeDie Farbenblindheit, ihr Wesen und ihre BedeutungPagina 48

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46 Gcringercs Vorkomnicn dcr I+`ai·bcnbli11dheit bei den Frauen. =
scheint die in gewissen Decennien unseres Jahrhunderts
so hech in Blüthe stehende Natnrphiloscphie mit einer l"
gewissen Vcrliebe zu diesem Zweck benützt worden _
zu sein; doch kennte dieselbe nichts weiter prcduciren, J
als schwülstige und phantastische Redensarten, die das «
wirkliche Verstandniss der bezüglichen Thatsache ei-
gentlich mehr verschleierten, als förderten‘9). Erst die
neuere Zeit hat auch über diesen Punkt ein gewisses
Licht verbreitet und eine Erklarung gebracht, welcher
gegenwartig wohl die meisten Forscher beipflichten. ,
Man scheint namlich augenblicklich von der Ansicht
auszugehen, dass die früh beginnende und haufig wieder- · ,
holte Beschäftigung mit buntenüiegenstanden, als bunten I ig
Stoffen, farbigen_W0llen u. s. w., welche der Frauen­ gs,
welt eigenthümlich ist, ein sehr iruchtbares und förder­ K
sames Erziehungsmittel des weiblichen Farbensinnes t
bilden müsse. Sc sagt z. B. v. Bezcld in seinem rühm­ V
t lichst bekannten Buch: ,,Die Farbenlehre im Hinblick nl
i auf Kunst und Kunstgewerbe" wie folgt: ,,Bei Frauen
Q kemmt der Mangel des Farbensinnes seltener vor, als
bei Mannern, so dass rnan wohl nicht unrecht hat, wenn
, man dem weiblichen Geschlecht im allgemeinen einen
t vcllkommener entwickelten Farbensinn zuschreibt. i'
I; Scllte das bei Madchen sc irülizeitig auftretende Inter- ‘
_ esse an kleidsamer Tracht etwa zur Ausbildung dieses i ig
Sinnes beitragen?" Und in ahnlieher Weise aussert l ,
’1 sichL ed erer: ,,Es liegt nahe anzunehmen, dass Frauen
n · eben von Kindheit an gewöhnt sind, an die vielfarbige
a Ausschmüekung ihrer Toilette zu denken und sie so in 1
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