HomeDie Farbenblindheit, ihr Wesen und ihre BedeutungPagina 46

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44 Gcringeres Vorkonimen der Farbenblindheit bei de11 Frauen. 4
I
ziehung die tägliche Eriahrung, dass zwischen dem ` ‘
Farbensinn der höheren und niederen Volksklassen I
ein ganz auifallender Unterschied herrscht, denn wah- n Y
rend die Wohlhabenderen und Gebildeteren im allge­
meinen den weniger ausgesprochenen, gedämpften Far- ,
bentönen den Vorzug geben, lieben die unteren Volks-
schichten hauptsächlieh grelle Farben. Die genannte f
Ersoheinung dürfte wohl aber der Annahme, dass die i
unteren Klassen einen geringer entwickelten Farbensinn
haben sollen und darum mehr zum Daltonismus neigen,
einen gewissen Vorsehub zu leisten im Stande sein. 4,
Wenn also unsere Kenntniss über die Verbreitung tl
des Daltonismus in den verschiedenen Volksklassen
vor der Hand noch zu keiner vollstandigen Kla-
rung und zu keinem endgültigen Abschluss gekomrnen
ist, so sind wir dalïir über das procentarisehe Ver- ,
, kommen der Farbenblindheit unter den beiden Ge- I
{ schlechtern um so sicherer und genauer unterrichtet,
und es kann nunmehr keinem Zweifel weiter unterlie-
t gen, dass d-as Weib einen viel leistungsiähigeren oder,
s wie wir vielleicht besser sagen konnten, mit seiner gan- ‘
zen Organisation enger verknüpften Farbensinn besitzt, {
H als der Mann, und darum viel weniger zur Farbenblind­ ‘
_ . heit neigt, als dieser.
Bereits bei den alteren, den ersten Decennien die-
· ses Jahrhunderts angehörenden ophthalmologischen
Schriftstellern") begegnet man wiederholt der Mitthei­
t lung, dass Frauen im Allgemeinen weniger farbenblind [

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