HomeDie Farbenblindheit, ihr Wesen und ihre BedeutungPagina 45

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I lnöheren und niedercu Hvvölkcrungschichten. 43
Wenn mir nun auch alle dieseZahlen immer noch nicht =l
I genügend gross erscheinen wollen, um endgültig den
Y ` sicheren Ausspruch zu thun: die Farbenblindheit ist
l unter den unteren Schichten der Bevölkerung eine iin
V Allgemeinen grössere, als wie unter den höheren, so ‘
sind sie doch jedenfalls völlig berechtigt und geeignet,
diesen Ausspruch vermuthungsweise zu wagen. Eine K
.' Erklärung für eine ausgesprochenere Neigung der un-
teren Stände zum Daltonismus würde übrigens sehr
· nahe liegen. Grade in den unteren Volksklassen wird '
namlich der Ausbildung des Farbensinns so gut wie gar
nl keine Beachtung geschenkt; die Kinder wachsen auf, ohne
'| dass sie häufig auch nur die geringste Vorstellung von der
? Natur und den Namen der Farben erhielten. Wenri nun i
( auch in den höheren Standen die Knaben grade keine
i directe Erziehung und Ausbildung des Farbensinnes er- ·
* halten, so wird doch ihre Aufmerksamkeit in höherein
Grade auf die Farben gelenkt, als dies bei den Knaben -
* der unteren Klassen der Fall ist. Buntes Spielzeug, Bil- K
derbücher, Tuschkasten u. dgl. sind den Kindern der
wohlhabenderen Klassen ein viel bekannterer Apparat,
i als wie den Knaben der niederen Volksklassen, und dass g
I derartige farbige Gegenstande einen gewissen Einfluss
’ auf die Ausbildung und Scharfung des Farbensinnes
I haben, wird heute allgeniein zugegeben. Ja man er-
klàrt ja, wie wir dies sofort naher auseinandersetzen
wollen, die geringe N eigung, welche das weibliche Ge- ·
Qi) schlecht zum Daltonismus besitzt, in einer ganz abn- »
lichen Weise. Uebrigens lehrt ja auch in anderer Be-