HomeDie Farbenblindheit, ihr Wesen und ihre BedeutungPagina 34

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32 Stilling’s Untcrsuchungsmethode,
hat, theoretisch ganz richtig und wenn sich demselben 3
in der praktischen Ausführung Schwierigkeiten entge­
gensetzen und es sich nicht so recht hewahren will, so in
liegt dies vor Allem in dem Umstand, dass nicht alle l
Daltonisten immer die namlichen Farbennüancen als
gleichartig, als isochromatisch empfinden.
Nicht alle Daltonisten halten dieselben Schattirungen
von Roth und Grün für identisch, vielmehr scheint auch A
hier ein weiterer individueller Spielraum gegeben zu `
sein, zwischen denen die Empündung des lsochromati­
schen schwankt, und auch die Intensität der Farben­
blindheit d. h. der höhere oder geringere der Farben­
unempfindlichkeit dürfte vielleicht für das isochromati­
sche Princip nicht ganz gleichgültig sein. Es ist ja mog- E `
lich, dass Jemand, der absolut roth­ oder grünblind ist,
selbst gesattigtere Farbentöne für gleichartig ansehen
wird, wahrend J emand, der nur für ganz helle und zarte 4
Schattirungen unempfindlich ist, jene gesattigten Töne
sehr wohl noch als völlig verschieden exnpfinden wird.
Wir sehen also, class das Urtheil des Daltonisten über
l die Gleichartigkeit verschiedener Farben ein sehr
schwankendes sein und sich dem individuellen Fall ent- _
sprechend sehr verschiedenartig gestalten kann. Hal-
ten wir diese Anschauung fest, so wird es sofort ver- i
standlich, warum das Urtheil einer grösseren Anzahl
von Daltonisten über die Stilling’schen Tafeln ein
so differentes ist. Walireiid eine Tafel von einzelnen ;
Farbenblinden durchaus nicht entziffert werden kann,