HomeDie Farbenblindheit, ihr Wesen und ihre BedeutungPagina 33

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{ dem Farbensystem des N0i­miS1cmig<m. 31 *
l derartige Methoden sind in neuester Zeit bekannt und l
` von den Ophthalmologen eingehender geprüft worden,
l . nàmlich die von Dr. Stilling“) in Cassel und die von
{ Proi'essor.Dr. Holmgren in Upsala. Ich selbst habe
E beide Verfahren in einer umfangreichen Reihe von Un-
{ tersuchungen geprütt und deren Brauchbarkeit genügend
{ auf die Probe stellen können, vvobei ich mich vollstêin­ l
l dig davon überzeugt habe: dass die Untersuchungsme­ i
thode des Dr. Stilling in ihrer gegenvvártigen Gestalt
mit der des Prof. Holrn gren durchaus nicht zu con-
l curriren vermag.
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Die Stilling’sche Methode geht von der vollig rich-
•ç* tigen Thatsache aus, dass gevvisse Farben z. B. Roth l
. . und Grün, welche dem Normalsichtigen als völlig ver-
schieden erscheinen, dem Daltonisten als identisch und
. gleichartig imponiren. Aus diesen Farben nun, die I
man als pseudoisochromatische bezeichnen kann, hat ï
· Stilling Buchstaben zusarnmengesetzt; so hat er z. B.
auf grünem Grunde rothe, oder auf rothem Grunde grüne U
Buchstaben 11. s. w. dargestellt. Es ist natijirlicli, dass
derjenige, dem die Farben, aus denen Dr. Stilling
‘ seine Lesetafeln gebildet hat, als identisch erscheinen,
+ die aus ihnen ziisammengesetzten Buchstaben nicht
i wird lesen können, wáthrend ein Auge, das grade jene
Farben als versehieden empfindet, bei der Entzitferung
. jener Buchstaben keinerlei Schwierigkeiten verspüren
wird. Somit ware also das Princip, nach welchem
. Dr. Stil ling seine Untersuchungsmethode construirt

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