HomeDie Farbenblindheit, ihr Wesen und ihre BedeutungPagina 30

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28 Dic Stcllung des Farbcnblinden zu [
gleich bleibenden E1‘1‘GgllDgSVOl`gä,Dg€H seiner Netzhaut E
und seinesGehirnes völlig identisch seien und auf diese J,
Weise hat sich zwischen dem sprachlichen Gebilde T
und der specifischen Farbenempflndung ein inniges und
v unlösliches V erhältniss entwickelt. Ja, dieser Zusam­
menhang zwischen sprachlichem Ausdruck und subjec-
tiver Empündung ist schliesslich ein so inniger gewor-
den, dass es bei vielen Individuen schon genügt, einen ‘
Farbennamen zu nennen, um alsbald eine mehr oder
minder lebhafte Vorstellung von der zu diesem Farben-
namen gehörenden subjectiven Farbenempfindung her- ,
vorzurufen. Mag also der Farbennemen von Haus l.
aus auch nur ein conventioneller sein, so ist er durch gw
Uebung und Gewohnheit doch in so nahe Beziehung
zu dem Empfindungsvorgang getreten, dass sich zwi­ t
sehen beiden ein unlösliches, wir mochten fast sagen,
physiologisches Wechselverhàltniss herausgebildet hat.
Und darum kann die Farbennomenclatur des Nor­ v
malsichtigen dem Datltonisten niemals verstándlich wer-
den, sondern muss ihm immer ein leerer, bedeu-
tungsloser Schell bleiben. Und während für den
N ormelsichtigen derFalrbennamen die sprachliche Ver-
körperung, der objective Ausdruck des Erregungszw
standes seinerNetzheut und seines Gehirnes und der de- `
raus resultirenden subjeetiven Empfindung ist, ist der-
selbe Farbennamen für den Daltonisten nichts weiter,
als wie ein leercr und inhaltsloser Klang.
Diese unsere Betrechtungen ergeben als nächsten Y