HomeDie Farbenblindheit, ihr Wesen und ihre BedeutungPagina 29

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g Die Stelluug des Farbenblindcn etc, 27 R
Daltonisten durchaus niehts Verschiedenes; sie erschei-
*5 nen ihm vielmehr entweder als völlig identisch oder
doch als so ahnlich, dass er einen specifischen Unter-
schied zwischen ihnen kaum zu machen im Stande ist.
Die Eigenartigkeit gewisser Farben also, welche dem B
N ormalsichtigen ohne Weite1·es zum Bewusstsein gelangt 1
und ihn dazu bestimmt, dieselben in verschiedene Glas- l
l sen zu unterscheiden und sie mit besonderen Bezeich­ ’
nungen zu versehen, bleibt dem Daltonisten verborgen
und er sieht sich deshalb veranlasst: eine Aehnlichkeit
oder eine Uebereinstiinmung zwischen gewissen Farben
anzunehmen, wo das Auge des Norinalsichtigen speci-
‘ eg fische Unterschiede empfindet, wie z. B. bei Roth und
Grün. Daraus geht aber hervor, dass das System
i der Farben, welches sich der Normalsichtige zurecht
gemacht hat und dcssen er sich fortwahrend bedient, '
für den Daltonisten absolut unbrauchbar sein und für g
»» ihn völlig unverstandlich bleiben muss. Deshalb wird
es der Daltonist auch niemals lernen, die Farbenbe-
zeichnungen, welclie der Normalsehende beniitzt, zu
r verstehen und sie auf seine anomalen Farbenempfiiv
dungen zu übertragen. Denn derName, welchen der Nor-
él malsichtige irgend einer Farbe z. B. Roth beilegt,
ist ja nichts weiter als wie die sprachliche Vei·körpe­
rung derjenigen Empfindung, welche er beim Anblick
von Roth empfangt. Von Jugend auf ist der Normal-
sichtige darangewohntworden, dass die verscliiedenen
Y' Farbennamen mit ganz bestiinmten, stets sich ziemlich
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