HomeDie Farbenblindheit, ihr Wesen und ihre BedeutungPagina 25

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I Unheilbarkeit der Farbcnblindheit. 23
{ scheiden, s0 ist dies doch nicht mehr, wie ein recht unzu­
4 verlètssiges Kunststück, das ihm, wie jedes Kimststück,
il zehn Mal ganz gut gelingen und das eilfte Mal völlig
missglucken kann. Ein vclles Verstandniss der Farben,
ä sowie eine auch nur einigermassenbeiriedigende Sicher-
1 heit imGebranch derselben vermag nun einmal ein Dal- 1
i tcnist sich nicht zu erwerben, und mag er auch ncch sc i
Y ileissig und scrgfaltig seinen Farbensinn üben und durch
, den vielfaltigsten Gebrauch zu starken suchen. Seine
ä Farbenunterscheidung steht immer wie auf glasernen
Füssen und kann bei der geringsten ganz unberechen­
{ baren Gelegenheit plötzlich versagen. Die Versicherun­
JF, gen des französischen Eisenbahnarztes Dr. Favreg), `
die Farbenblindheit durch einen methcdischen und ‘
L langere Zeit systematisch fcrtgesetzten Unterricht in der l
Farbenkenntniss dauernd beseitigen zu können, haben
I sich in keiner Weise wivklich bestàtigt, vielmehr scheint '
% sich dieser Fcrscher durch den Umstand haben täuschen 3
lassen, dass eben einzelne Daltonisten durch fcrtgesetzte
I U Uebung und zwar nur mit Hülfe ihrer sehr gesteigerten _
_ Empündlichkeit gegen Lichteifecte eine gewisse, aller- ’l
l dings immer ncch recht trügerische Gevvandtheit in
der Unterscheiclung gewisser Farben sich aneignen
` kcnnten. Aus derartigen Fallen nun aber einen Schluss
auf eine wirkliche Heilbarkeit der Farbenblindheit _
; ziehen zu wollen, ist veilig unstatthaft. Darum ist
auch ein methodisch geleiteter Unterricht farbenbliii l
gw der Individuen ein völlig nutzlcses Unternehmen und
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