HomeDie Farbenblindheit, ihr Wesen und ihre BedeutungPagina 23

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Grössere Eiiililïiidlïclikar de- ï«‘m~ben1»1md<­n g<~g«·u Lichtcilccte. 21
lich, dass die ihnen ttlschlieh als identisch erscheinen-
G; den Farben doch nicht den gleichen Lichtgehalt besit­
l zen, und benützen nun alsbald diese Differenz der Licht- ,*
stèirke, um beide Farbentöne von einander zu unter-
l scheiden. Und dies gelingt ihnen durch fortgesetzte I
:, Uebung haufig so gut, dass sie Jahre lang ohne Schaden
l ein Amt verwalten können, bei dem sie taglich, ja stünd­
n lich zu einer sehr genauen Unterscheidung verschiedener ·
F Farben gezwungen sind. Ich habe derartige Falle in
1, meiner Praxis wiederholt gesehen; so erinnere ich mich
eines rothblinden Locomotivführers, der durch zehn
J Jahre hindurch seine Farbenblindheit so gut zu verber-
_· s, gen verstand, dass er nicht ein einziges Mal die rothen
ï Eisenbahnsignale verkannte oder sie mit den grünen
verwechselte und deshalb bei seinen Vorgesetzten für
durchaus normalsichtig galt. Erst die obligatorische
Untersuchung sammtlicher Eisenbahnbearnten förderte
seinen Fehler zu Tage und konnte ich mich nun wieder-
holt überzeugen, dass dieser Mann die rothen und gru-
nen Signale auch nicht einmal verwechselte, trotzdem
er sich bei der Untersuchung seines Farbensinnes als
hochgradig rothblind entpuppte. Uebrigens gestand er
f, mir spaterselbst ein, dass er seine Farbenblindheit schon
i lange gekannt und sich bei der Unterscheidung der ro-
· ' then und grünen Farbensignale nur mit dem Unterschied
geholfen habe, den der Lichtgehalt beider Signalfarben
l besasse. Ein nicht weniger interessanter Fall betraf
*f einen rothblinden l/Ialerlehrling, welcher durch drei
l Jahre bei einem Meister gelernt hatte, ohne dass dieser
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