HomeDie Farbenblindheit, ihr Wesen und ihre BedeutungPagina 21

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l Wie sehen Farbenblinde die Farhen? 19
` Theil seiner Farbenennpfindung überhaupt auf das Er-
` heblichste modificirt und seinen Farbensinn nicht unbe­
trächtlich beschränkt. Der Farbenreichthum eines Dal-
tonisten ist also ein viel geringerer, als wie der ist,
' über vvelchen ein normeilsichtiges Auge verfügen kann,
ä und deshalb ist es weiter nicht wunderbetr, wenn dem 4
, Farbenblinden bei dem Bestnnmen und Unterscheiden
& der ihn nmgebenden Farben fort und fort Irrthüiner
t passiren und er Farbenscliattix·iir1gen für identisch und
4 völlig gleieliartig erklärt, vvelche dem No1·ine.lsichtigen
als himmelvveit verschieden imponiren Main kann es
` täglich erleben, von einem Daltonisten im vollen Ernst
und &llS innerster Ueberzengnng die Versichcrung zu
­ ’ horen: eine hellrothe Rose und der hellblnue Hinimel ­
hätten genau dieseibe Fnrbe, oder die Ferbe der Erd-
beeren oder der Kirschen gleiche der Farbe der Erd-
beer- resp. Kirschbauinblátter so, dass es ihin schwer
_ vverde beide zu unterscheiden, vvährend andere wieder
" dus zarte Fleischroth für Gran, oder ein schones far-
benpràchtiges Orange für Girün erklátren und durchzius
kein Bedenken tragen, beide, Grün und (Jremge, für die i
·_ nàmliche Farbe zu erklziren. Darum gewinnt mich
A die Unterhaltiing mit einem Farbenblinden einen ganz i
«· eigenthümlichenUlia1·atl<tei·, denGoethe“) höchst treiTen<l ,
li mit den Worten schildert: ,,VVenn man die Unterhal- t
tung mit ihnen dem Zufall überlässt und sie bloss über
4 vorliegende Gegenstáinde befragt, so geràth man in die i
i grösste Verwirrung und fürchtet vvahnsinnig zu werd en."
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