HomeDie Farbenblindheit, ihr Wesen und ihre BedeutungPagina 19

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Wie sehen Farbenblinde die Farben? 17 I
, i Eine für die Anschauung des Normalsichtigen ganz l
u ' besonders interessante und von dem Publikum darum ,
auch haufig genug auigeworfene Frage ist die, wie ein
Roth-, Grim- oder Violettblinder nun wohl die Farben l
eigentlich empfinden moge; was für einen Eindruck die
verschiedenen Farben auf seine N etzhaut inachen mogen?
Eine sehr befriedigende und wie ich mich in zahlreichen
Fallen überzeugt habe, durchaus zutreffendeLösung die-
ser interessanten Frage bietet nun grade die Young-
Helmholtz’sche Theorie des Farbensehens. Denn in­
dem diese Theorie die Exnpündung einer jeden Farbe zu-
rückführt auf die gleichzeitige aber natürlich nicht gleich-
starke Reizung der drei Grundempfindungen für Roth,
". Grün und Violett, so vermag man sich ein Bild de1· Ern-
pfindung, welche ein Daltonist von den einzelnen Spec-
` ' tralfarben haben rnuss, leicht zu construiren. Man
braucht bloss die Curve derFai·benempündu11g, welche
dem Daltonisten fehlt, streichen und man kann aus der
‘ Zusammenstellung der beiden übrig bleibenden Empfin-
dungscurven sich leicht ein Bild machen von der V0r­ ,
· stellung, welche der Farbenblinde von den einzelnen
Farben des Spectrum’s haben muss. Natürlich muss
das so construirte Bild aber auf Pigmentfarben über- 4
er tragen gewisse Modificatiouen erleiden, denn da die ,
Pigmentfarben nicht, wie die Spectralfarben, reine Far- l
u ben sind, sondern meist eine Mischung der verschieden­
sten Farbentöne repräsentiren, so muss dem entspre­ l
chend auch die Empündung, welche ein Daltonist von
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